Gutartiger Lagerungsschwindel – Warum sich plötzlich alles dreht
Schwindel beim Umdrehen im Bett? – Dahinter könnte ein gutartiger Lagerungsschwindel stecken
Du drehst dich nachts im Bett auf die andere Seite und plötzlich beginnt sich alles zu drehen. Vielleicht dauert es nur wenige Sekunden, vielleicht wird dir übel oder du musst dich sogar festhalten. Viele Menschen erschrecken bei der ersten Attacke und denken an etwas Gefährliches. Die gute Nachricht: Hinter solchen Beschwerden steckt häufig ein gutartiger Lagerungsschwindel.
Der gutartige Lagerungsschwindel zählt zu den häufigsten Ursachen für Schwindel überhaupt. Obwohl die Beschwerden sehr unangenehm sein können, lässt sich diese Form des Schwindels häufig gezielt behandeln.
In unserer Praxis im 2. Wiener Bezirk, behandeln wir regelmäßig Menschen mit Lagerungsschwindel und anderen Gleichgewichtsstörungen. Auf dieser Seite erfährst du, wie Lagerungsschwindel entsteht, welche Symptome typisch sind, wie die Behandlung aussieht und warum manchmal trotz erfolgreicher Behandlung ein Restschwindel zurückbleiben kann.
Wenn du einen Überblick über verschiedene Schwindelursachen suchst, findest du auf unserer Hauptseite zum Thema Schwindel weitere Informationen. → Schwindel
Was ist ein gutartiger Lagerungsschwindel?
Der gutartige Lagerungsschwindel ist eine Erkrankung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Typisch ist ein plötzlich auftretender Drehschwindel, der durch bestimmte Kopfbewegungen ausgelöst wird.
Viele Betroffene berichten über Schwindel beim:
- Bücken
- Umdrehen im Bett
- Hinlegen
- Aufsetzen
- Nach-oben-Schauen
Die Beschwerden dauern meist nur wenige Sekunden bis etwa eine Minute. Trotzdem können sie sehr intensiv sein und starke Unsicherheit auslösen.
In der Praxis hören wir häufig Aussagen wie:
„Ich dachte, ich habe einen Schlaganfall.“ oder
„Ich habe mich nicht mehr getraut, mich ins Bett zu legen.“
Diese Sorge ist verständlich. Die Symptome fühlen sich oft dramatischer an, als die eigentliche Ursache vermuten lässt. Der gutartige Lagerungsschwindel ist jedoch keine gefährliche Erkrankung. Er kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, führt aber normalerweise nicht zu bleibenden Schäden.
Wie entsteht ein Lagerungsschwindel?
Im Gleichgewichtsorgan befinden sich kleine Kalkkristalle. Diese werden Otolithen oder Ohrsteinchen genannt. Normalerweise liegen diese Kristalle in einem bestimmten Bereich des Gleichgewichtsorgans und unterstützen unser Gehirn dabei, Bewegungen und die Schwerkraft wahrzunehmen.
Manchmal lösen sich einzelne Kristalle und gelangen in einen der Bogengänge des Innenohrs. Wenn du nun den Kopf bewegst, verschieben sich diese Kristalle innerhalb des Bogengangs. Dadurch werden Sinneszellen gereizt, die dem Gehirn eine Bewegung melden, die tatsächlich gar nicht stattfindet.
Das Gehirn erhält dadurch widersprüchliche Informationen:
- Die Augen melden etwas.
- Die Muskeln und Gelenke melden etwas anderes.
- Das Gleichgewichtsorgan meldet eine Bewegung, die gar nicht stattfindet
Die Folge ist ein plötzlicher Drehschwindel.
Wenn du mehr über den Aufbau des Gleichgewichtsorgans erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen:
➞ Zum Gleichgewichtsorgan
Welche Symptome treten bei Lagerungsschwindel auf?
Typische Beschwerden sind:
Welche Formen des Lagerungsschwindels gibt es?
Nicht jeder Lagerungsschwindel ist gleich. Je nachdem, welcher Bogengang betroffen ist, unterscheiden sich die Symptome und die Behandlung.
Wichtiger Hinweis:
Ob tatsächlich ein gutartiger Lagerungsschwindel vorliegt, sollte zunächst ärztlich abgeklärt werden. Im Rahmen einer physiotherapeutischen Befundaufnahme können zusätzlich Hinweise auf die Beteiligung bestimmter Bereiche des Gleichgewichtssystems erhoben werden.
Bitte versuche nicht, anhand von Symptomen, Internetinformationen oder Videos selbst festzustellen, welche Form des Lagerungsschwindels vorliegen könnte oder welches Befreiungsmanöver für dich geeignet ist. Nicht jeder lageabhängige Schwindel ist automatisch ein gutartiger Lagerungsschwindel, und nicht jedes Befreiungsmanöver ist für jeden Menschen geeignet.
Die Inhalte auf unserer Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle physiotherapeutische Befundaufnahme.
Warum unterschiedliche Befreiungsmanöver eingesetzt werden:
Viele Menschen kennen das Epley-Manöver aus dem Internet. Tatsächlich gibt es jedoch mehrere unterschiedliche Befreiungsmanöver. Welches Manöver sinnvoll ist, hängt davon ab, welcher Bogengang betroffen ist.
Epley-Manöver
Wird häufig beim hinteren Bogengang eingesetzt.
Hier findest du eine Echtzeit-Anleitung für das Epley-Manöver rechts: ➞ Epley Manöver rechts
Und hier das Epley Manöver für die linke Seite: ➞ Epley Manöver links
Semont-Manöver
Ebenfalls häufig beim hinteren Bogengang.
Im Gegensatz zum Epley Manöver wird hier mit viel mehr Schwung gearbeitet.
Hier findest du die Echtzeit-Anleitung für das Semont Manöver rechts: ➞ Semont Manöver rechts
Das Semont-Manöver für die linke Seite findest du hier: ➞ Semont Manöver links
Gufoni-Manöver
Wird häufig beim horizontalen Bogengang verwendet.
Eine Schritt-für-Schritt Anleitung für das Gufoni Manöver rechts findest du hier: ➞ Gufoni Manöver rechts
Und hier die Anleitung für das Gufoni Manöver links: ➞ Gufoni Manöver links
Wie wird Lagerungsschwindel behandelt?
- Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Befragung.
- Danach werden spezielle Lagerungstests durchgeführt.
- Dabei beobachten wir die Augenbewegungen, da diese wichtige Hinweise auf die Ursache liefern können.
- Zusätzlich achten wir auf mögliche Hinweise, die nicht zu einem typischen Lagerungsschwindel passen und eine weitere ärztliche Abklärung sinnvoll machen können.

Könnte auch etwas anderes hinter dem Schwindel stecken?
In den meisten Fällen handelt es sich tatsächlich um einen gutartigen Lagerungsschwindel. Trotzdem achten wir im Rahmen der physiotherapeutischen Befundaufnahme auf mögliche Warnzeichen, die eine weitere ärztliche Abklärung erforderlich machen können. Dazu gehören beispielsweise:
- Doppelbilder
- Sprachstörungen
- Lähmungserscheinungen
- neurologische Auffälligkeiten
- ungewöhnliche Augenbewegungen
- anhaltender starker Schwindel
Wenn sich Hinweise auf andere Ursachen ergeben, empfehlen wir eine weitere ärztliche Abklärung. Wir arbeiten dabei mit verschiedenen Fachärzt*innen zusammen.
Für komplexe Schwindelerkrankungen kann beispielsweise eine Abklärung bei Dr. Katharina Meng sinnvoll sein.
Wie wird Lagerungsschwindel behandelt?
Bei Menschen mit ärztlich abgeklärtem Lagerungsschwindel werden häufig Befreiungsmanöver eingesetzt. Ziel dieser Manöver ist es, die gelösten Kristalle wieder aus dem betroffenen Bogengang herauszuführen. In vielen Fällen lässt sich dadurch bereits nach kurzer Zeit eine deutliche Verbesserung erzielen.
Je nach Situation können zusätzlich:
- Gleichgewichtstraining
- vestibuläre Rehabilitation
- Bewegungsübungen
sinnvoll sein.
Hier findest du noch mehr Infos zur Schwindeltherapie: ➞ Schwindeltherapie
Warum bleibt manchmal Schwindel zurück?
Viele Patient*innen sind verunsichert, wenn nach erfolgreicher Behandlung noch Beschwerden bestehen. Dabei handelt es sich häufig um einen sogenannten Restschwindel. Der eigentliche Lagerungsschwindel wurde erfolgreich behandelt, trotzdem fühlt sich das Gleichgewicht noch nicht wieder vollständig normal an.
In der Praxis berichten viele Betroffene über:
- leichte Benommenheit
- Unsicherheit beim Gehen
- Schwindel bei schnellen Bewegungen
- das Gefühl, nicht ganz stabil zu sein
- Konzentrationsprobleme
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Befreiungsmanöver nicht funktioniert hat. Das Gehirn benötigt oft etwas Zeit, um sich wieder an die normalen Gleichgewichtsinformationen anzupassen. Genau aus diesem Grund beschäftigen wir uns außerdem intensiv mit dem Thema Restschwindel.
Kann Lagerungsschwindel wiederkommen?
Ja. – Leider erleben viele Menschen im Laufe ihres Lebens mehrere Episoden von Lagerungsschwindel. Das bedeutet jedoch nicht, dass etwas Gefährliches dahintersteckt. Rückfälle gehören zu den bekannten Eigenschaften dieser Erkrankung.
Schwindeltherapie bei Lagerungsschwindel in Wien
Unsere Praxis im 2. Wiener Gemeindebezirk ist auf Schwindel und Gleichgewichtsstörungen spezialisiert. Wir behandeln regelmäßig Menschen mit:
Interdisziplinäre Betreuung
Bei Bedarf arbeiten wir mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen.
Dazu zählen unter anderem:
- HNO-Fachärzt*innen
- Neurolog*innen
- Orthoptist*innen
- Hausärzt*innen
Nicht jede Patient*in benötigt alle Fachrichtungen. Falls zusätzliche Abklärungen notwendig sind, unterstützen wir dich gerne bei den nächsten Schritten.
Häufige Fragen zum Lagerungsschwindel
Du bist unsicher, ob hinter deinem Schwindel ein Lagerungsschwindel steckt?
Wenn du Unterstützung benötigst oder Fragen hast, helfen wir dir gerne weiter. In unserer Praxis im 2. Wiener Gemeindebezirk begleiten wir regelmäßig Menschen mit gutartigem Lagerungsschwindel und anderen Schwindelerkrankungen.
Du kannst uns gerne anrufen: anrufen
Gemeinsam finden wir heraus, welche nächsten Schritte sinnvoll sind.